FUGA - Die Reihe für den Unterricht
F - U - G - A
Fachübergreifende
Unterrichtseinheiten (Sek. I):
Gegenstandsanalysen,
Arbeitsvorschläge
Der Titel "Fuga" deutet es an:
Immer sind es musikalische Probleme, die zu ihrem Verständnis Gegenstände und Methoden anderer Fächer heranziehen oder an sie sich anlehnen werden. Musiklehrer sind eingeladen, ihre Themen und Stoffgebiete durch Querverbindungen und unverbrauchte Anschauungsmittel zu erweitern, durch ungewohnte Fragestellungen neue Zugangswege zu eröffnen.
Doch muss man nicht befürchten, das Fach Musik wolle sich auf Kosten der anderen Fächer ausdehnen, indem es in deren Stoffe (und Unterrichtszeiten) eindringt - aus zwei Gründen nicht:
1. Auch den anderen Fächern werden Ergänzungen zu ihren je eigenen Themen angeboten; die erstellten Analysen gewährleisten (so ist zu hoffen) wissenschaftliche Gediegenheit und ermöglichen deshalb auch fachfremd ein Urteil über die exemplarische Tauglichkeit der bearbeiteten Gegenstände.
Es werden dabei keine Handlungsabläufe vorgezeichnet, sondern Vorschläge erörtert:
zu Einstiegssituationen, Tätigkeitsarten, Arbeitsunterlagen.
Die Suche nach geeigneten Materialien - sonst zu Hause, bei begrenzter Auswahl und unter Zeitdruck zu leisten - wird erleichtert und vielleicht auch durch neue Aspekte bereichert.
2. Die Unterrichtsziele sind nicht nur für einzelne Fächer zu verbuchen, sie beziehen sich nicht einmal nur auf deren Objekte, sondern auf allgemein als erstrebenswert eingeschätzte, ergiebige Tätigkeiten,auf persönliche Haltungen und Einstellungen. Beispielhaft seien hervorgehoben:
umdeuten und umgestalten können, am Werden teilhaben, etwas wiedererkennen.
Umgestaltung: Bilder werden aus ihrem ehemals zugehörigen Umfeld herausgelöst, mit persönlichen Erwartungen zusammengebracht und dadurch verändert, im außersprachlichen Zugriff emotional nähergerückt - und wieder zurückgestellt. Dass alles Vorgefundene veränderbar sei, sofern sich einsichtige Vorschläge vorweisen lassen, ist eine Grundüberzeugung in unserer heutigen Gesellschaft.
Entnehmen - aktualisieren - aufbewahren; wiedererkennen und sich selbst dabei wiederfinden:
Das geschieht teils als absichtsvoller Umgang, teils im spielerischen Gestalten, beide Male geleitet vom Verlangen nach durchgängigem Sinn und nach dessen Stimmigkeit und Erkennbarkeit. Die genannten Tätigkeiten begünstigen das handlungsorientierte Lernen und motivieren zur verständlichen Präsentation für andere. Aus der subjektiv belebten Tradition sind dann eigene Maßstäbe zu ihrer Beurteilung zu gewinnen. Die Fähigkeit hierzu und das Training eines erweiterungsfähigen Gedächtnisses fördern gewiss die Selbstbestimmung des Individuums. In der Alternative zur postmodernen Beliebigkeit aber liegt vielleicht sogar die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft begründet.
(Prof. Dr. Harmut Flechsig, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg)


