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Musik in den Sonder- und Förderschulen - Schule für Erziehungshilfe

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4. Auszug aus dem Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe

(K.u.U. Lehrplanheft vom 29.02.1996, S. 35)

 

Sport, Musik und Bildende Kunst

Grundlage des Unterrichts in den Fächern Sport, Musik und Bildende Kunst in der Schule für Erziehungshilfe sind die Bildungspläne der anderen allgemeinbildenden Schulen.
Die Fächer Sport, Musik und Bildende Kunst werden aufeinander bezogen. Diese Verbindung rechtfertigt sich durch gemeinsame Zielsetzungen und betont die übergreifende Bedeutung für ganzheitliche Bildung und Erziehung. Auch einzelne Jahrgangs- und Fachthemen lassen sich mit diesen Fächern verbinden, indem über deren Gestaltungsmittel Inhalte eingeführt, Einsichten ausgedrückt und Fertigkeiten angewandt werden. Zentrale pädagogische Ziele sind die Förderung der Wahrnehmungs-, Vorstellungs- und Kommunikationsfähigkeit, die Fähigkeit, eigene Erlebnisse und Gefühle auszudrücken und zu gestalten, sowie die Entwicklung und Verwirklichung von Selbsttätigkeit im Spannungsfeld zwischen Gefühl und Rationalität.
Begegnung und aktive Auseinandersetzung mit Ausdrucksformen und Werthaltungen, die in den Unterrichtsbereichen Sport, Musik und Bildende Kunst gepflegt werden, fördern das Bewusstsein und die Motivation des Kindes zum Gebrauch all seiner Möglichkeiten. Einzelne Schülerinnen und Schüler erfahren in diesen Unterrichtsbereichen eine Unterstützung ihrer Selbstfindung und eine Hilfe, sich ihrer Mitverantwortung für die Gesamtgruppe bewusst zu werden.

Im Gestaltungsspielraum der Schule für Erziehungshilfe entwickeln sich Formen des Handelns in Gruppen, die in besonderer Weise Chancen zu sozialer Integration in der Schule und außerhalb eröffnen, z.B.
- Instrumental-, Tanz-, Theatergruppen,
- Sport- und Spielvereine,
- Beteiligung an Ausstellungen usw..
Gestaltungsvermögen entwickelt sich dort, wo Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler, gemeinsam und jeder auf seine Weise erleben, wie die Spannung zwischen zündender Idee und ihrer Verwirklichung gelöst wird. Aus solchen Prozessen kann Interesse auch an anderen Angeboten und Anforderungen der Schule entstehen. Die Grundlagen und Anregungen für individuelle und gemeinsame Lebensgestaltung, die der Unterricht vermittelt, sind auch für die Gestaltung der Freizeit bedeutsam und können einen wichtigen Beitrag zur Sucht- und Gewaltprävention leisten. Das Unterrichtsgeschehen lebt von Vorerfahrungen mit Personen, Gegenständen, Spielen, Geschichten, Musik, Bildern u.ä., der unmittelbaren Begegnung mit Erscheinungsformen der Natur oder mit von Menschen geschaffenen Werken. Diese Erlebnisse regen an zur Nachahmung und zu eigenem Gestalten.

In der selbsttätigen Auseinandersetzung mit verschiedenen Materialien, Werkstoffen, Farben, Formen, Klängen, mit Bewegung und Rhythmus wird die Phantasie angeregt und es entstehen Gelegenheiten zur persönlichen Darstellung, zur Expression, zum Erleben von Leistung und Entspannung, Freude und Zusammengehörigkeit. Die Schülerinnen und Schüler verarbeiten Eindrücke, Empfindungen und Vorstellungen und geben ihnen persönlichen Ausdruck. Sie stoßen dabei auch an Grenzen ihrer Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Um Weiterentwicklung zu ermöglichen, bedarf es des Verstehens, der Ermutigung, der Geduld und des Beharrungsvermögens, sowohl beim spielerisch-entdeckenden Lernen als auch beim Arbeiten nach Anleitung. Insgesamt wirken bei allen Tätigkeiten Körper, Geist und Seele gleichberechtigt zusammen. Die Unterrichtsbereiche Sport, Musik und Bildende Kunst stehen untereinander in vielfältiger Beziehung und bieten günstige Ausgangspunkte für Lernen in anderen Feldern.


Musik

Hörbeispiele, eigenes Musizieren und gemeinsames Singen lassen die Schülerinnen und Schüler erleben, daß mit musikalischen Mitteln Gefühle, Personen, Charaktere, Gedanken, Bilder symbolisiert dargestellt werden können, die wenig bedrohlich sind, weil sie weniger direkt sind als persönliche Interaktion und Kommunikation. Das aktive musikalische Tun erlaubt dem Kind, in eine affektive Beziehung zu seinen Mitmenschen zu treten, die von denen u.U. besser akzeptiert werden kann, als wenn es seine Affekte verbal oder agierend zum Ausdruck bringen würde. So können neue soziale Erfahrungen geschaffen werden. Aktives Musizieren ermöglicht auch das Erleben eines konstruktiven Ordnungsrahmens, Einsicht in das Einhalten von Regeln und Zeichen sowie das Verknüpfen von Erfolgserlebnissen mit zuvor erfolgter Anstrengungs-bereitschaft und Übung. Der Musikunterricht hilft Schülerinnen und Schülern, ihre eigenen Möglichkeiten zu suchen und freizulegen. Das bedeutet, mit wachsendem Selbstvertrauen und Intuition improvisieren und vollständig von etwas gefesselt sein zu können, sowie für neue Situationen offen zu sein.



 

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