Schulen aus Sachsen und Baden-Württemberg musizieren zum
Tag der Deutschen Einheit
Seit 1991 führen die Länder Sachsen und Baden-Württemberg eine Musikbegegnung von Schülerinnen und Schülern der Schulen beider Länder durch, um den 3. Oktober als Tag der deutschen Wiedervereinigung in einer wegweisenden Form zu verwirklichen. Diese Musik- und Jugendbegegnung ist von einer ungebrochenen Vitalität erfüllt und gilt bis heute als einer der schönsten Beiträge zum Tag der Deutschen Einheit.
Immer Ende September eines Jahres reisen Chöre und Orchester aus 6 Städten des jeweiligen Partnerlands in eine gastgebende Stadt, um dort vom 1. - 3. Oktober mit vielen Jugendlichen des Gastgeberlandes zu musizieren und mit Konzerten an die Öffentlichkeit zu treten.
Die Unterbringung erfolgt bei gastgebenden Familien. Im Mittelpunkt der Darbietungen steht die eigene Musikkultur - ggf. auch die der unmittelbaren Nachbarländer z. B. Frankreich, Tschechien oder Polen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Aufführung von Chormusik in deutscher Sprache.
Zur guten Tradition der Maßnahme gehören auch Aufführungen geistlicher Musik in den Kirchen der gastgebenden Stadt sowie die Einbindung der Bildenden Kunst durch eine länderübergreifende Schulkunstausstellung. Landeskundliche Exkursionen, Jugend- und Familienfeste, Schulbesuche und die Gestaltung kommunaler Anlässe gehören ebenbürtig zur Verwirklichung der Maßnahme. Höhepunkt aber ist immer die Gestaltung festlicher Abschlusskonzerte in den Abendstunden des 3. Oktobers.
Schirmherren dieser Maßnahme sind immer die amtierenden Kultusminister der Länder Sachsen und Baden-Württemberg sowie das Stadtoberhaupt der gastgebenden Stadt. Frau Ministerin a. D. Dr. Marianne Schultz-Hector (Baden-Württemberg), welche die Maßnahme im Jahre 1991 ins Leben rief, hat eine Wandertafel gestiftet, welche immer am 3. Oktober abends an den Bürgermeister der nachfolgenden Stadt im Folgejahr überreicht wird.
| Seither beteiligte Städte waren und sind: | |
| in Baden-Württemberg | in Sachsen |
| Reutlingen 1991 | |
| Pirna 1992 | |
| Bruchsal 1993 | |
| Zwickau 1994 | |
| Trossingen 1995 | |
| Görlitz 1996 | |
| Ludwigsburg 1997 | |
| Wurzen/Leipzig 1998 | |
| Friedrichshafen 1999 | |
| Freiberg 2000 | |
| Schwetzingen 2001 | |
| Bautzen 2002 - (im Rahmen des Jubiläums "1000 Jahre Bautzen") | |
| Lahr 2003 | |
| Plauen 2004 | |
| Heilbronn 2005 | |
| Meißen 2006 | |
| Ehingen/Donau 2007 | |
| Torgau 2008 | |
| Karlsruhe 2009 | |
| Annaberg-Buchholz 2010 | |
Um die partnerschaftliche Dimension dieser Musikbegegnung zu begreifen, muss man sich vorstellen, dass Jahr für Jahr 400 Jugendliche in das Partnerland reisen, um dort von ebenso vielen Familien gastfreundlich aufgenommen zu werden. So gesehen haben in den zurückliegenden 19 Jahren 7.600 musizierende Jugendliche die Reise in das Partnerland antreten dürfen; ebenso viele Familien waren als Gastgeber tätig.
Am gastgebenden Ort nehmen Jahr für Jahr etwa 1000 weitere musizierende Jugendliche teil, um mit ihren Gästen in der Regel 10 öffentliche Konzertveranstaltungen zu geben. In den zurückliegenden 19 Jahren haben damit rund 190 Konzerte der Jugend beider Länder stattgefunden, die von über 190.000 Konzerthörern besucht wurden.
Wie die Erfahrung zeigt, bleiben Jahr für Jahr etwa 1/3 der jeweils beteiligten Familien in Baden-Württemberg wie Sachsen in dauerhafter Verbindung; ein weiteres Drittel lässt den Kontakt über Briefe und Geburtstagsgrüße weiter bestehen. So gesehen leistet diese Maßnahme einen überaus wertvollen Beitrag zur deutschen Wiedervereinigung, die gerade im Jugendbereich als fortlaufender Prozess des gegenseitigen Kennenlernens und wachsender Freundschaften zu verstehen ist.


